Vereinsgeschichte des Luftsportvereins Warburg e.V.

Der Luftsportverein Warburg wurde 1934 gegründet. Seine unmittelbare Vorgeschichte reicht bis in das Jahr 1933 zurück, als sich die ersten Warburger Segelflugbegeisterten zusammenfanden und eine Gründungsversammlung vorbereiteten.

Was mit ersten Flugversuchen auf einfachen Gleitern begann, entwickelte sich durch viel Eigenarbeit, Gemeinschaftssinn und Begeisterung für den Segelflug zum heutigen Flugbetrieb am Heinberg.

Die folgende Chronik zeigt einige der wichtigsten Stationen dieses Weges.



Von den Anfängen bis zum Neubeginn

Jahr

Ereignis

1933

Die Gründung des Vereins wird vorbereitet: Am 7. September erscheint in der Tageszeitung unter der Überschrift „Wer hat Interesse am Segelflug?“ ein erster öffentlicher Aufruf. Nach weiteren Einladungen findet am 12. Dezember im Hotel Desenberg eine Gründungsversammlung statt.

1934

Dieses Jahr gilt als offizielles Gründungsjahr des Luftsportvereins Warburg. Beim ersten Segelflugtag wird am 19. November eine neu gebaute ESG Grunau 9 getauft. Anschließend finden an der alten Ziegelei an der Kasseler Straße die ersten Flugversuche statt.

1935 – 1939

Auf der Rimbecker Kuhweide beginnt die Gleitflugschulung. 1935 wird dort der erste Windenstart vorgeführt. Eine erste Flugzeughalle entsteht, außerdem wird am Räuschenberg und am Desenberg geflogen. 1939 folgt ein erster Schulungslehrgang.

1939 – 1945

Während des Zweiten Weltkriegs gehen die fliegerischen Aktivitäten in Rimbeck auf ein Mindestmaß zurück. Nach Kriegsende wird der Segelflug verboten und das vorhandene Vereinsvermögen beschlagnahmt.

1951

Nach der Wiederzulassung des Segelflugs findet am 26. Juli die erneute Gründungsversammlung statt. Bernhard Möller wird zum ersten Vorsitzenden gewählt.



Der Aufbau am Heinberg

Jahr

Ereignis

1952 – 1955

Die Mitglieder bauen einen doppelsitzigen Schulungssegler des Typs Gö 4 „Gövier“. Damit setzt der Verein seine schon früh ausgeprägte Tradition des gemeinschaftlichen Flugzeugbaus fort.

1956    

Der Verein baut eine neue Startwinde und sucht nach einem geeigneten Fluggelände in Warburg.

1957

Auf einer Koppel in einem alten Diemelflussbett beginnt der Aufbau des neuen Fluggeländes. Die erste Piste ist 600 Meter lang.


Erinnerungen · Fliegen auf der Distelkoppel

Das spätere Flugplatzgelände war 1957 noch eine von vielen Disteln bewachsene Koppel. Es lag in einem alten Flussbett der Diemel, in dem früher jeder, der Kies benötigte, ein Loch gegraben hatte. Entsprechend uneben war die Fläche. Die erste Piste war 600 Meter lang – und bevor geflogen werden konnte, mussten zunächst die Kühe auf eine andere Fläche umgetrieben werden.
Als beim Bau des Warburger Industriegebiets große Mengen Erdaushub aus den Kanalisationsarbeiten anfielen, fragte der Verein den Bauunternehmer, ob er das Material zum Flugplatz bringen könne. Damit wurden die Vertiefungen verfüllt und das Gelände anschließend planiert.
Mitten auf der vorgesehenen Flugfläche stand außerdem ein gewaltiger alter Weidenbaum. Sein Stamm war so mächtig, dass zwei Männer ihn gemeinsam nicht umfassen konnten. Die örtliche THW-Gruppe machte seine Beseitigung zu einer zweitägigen Übung: Sie fällte den Baum und zog schließlich auch den großen Wurzelstock aus dem Boden.


Werner Kaluza, Mitglied des LSV Warburg seit 1958


1958

Im Mai wird mit dem Probeflug der selbst gebauten H 17 B das neue Segelfluggelände am Heinberg offiziell eingeweiht.


Erinnerungen · Eine Nachricht per Fahrrad


Das Jahr 1959 war warm und brachte viel Flugbetrieb. Einen Telefonanschluss gab es auf dem Flugplatz jedoch noch nicht. Musste ein Pilot unplanmäßig auswärts landen, rief er deshalb im Gasthaus „Zum Heinturm“ in Ossendorf an. Von dort fuhr jemand mit dem Fahrrad zum Flugplatz und überbrachte die Nachricht.


Werner Kaluza, Mitglied des LSV Warburg seit 1958


1961 – 1962

Unter der Leitung von Bernhard Möller bauen die Vereinsmitglieder eine Ka 8 b. Während der Warburger Oktoberwoche 1962 wird das neue Segelflugzeug von Bürgermeister Anton Böhlen getauft.

1964

An der Berufsschule entsteht eine Schülerfluggemeinschaft, die in den Luftsportverein Warburg eingegliedert wird.



Ausbau, Hochwasser und Vereinsjubiläum

Jahr

Ereignis

1965 – 1966

Die Heinrichsflut trifft Warburg und richtet auch auf dem Flugplatz schwere Schäden an. Zwei in der Halle abgestellte Segelflugzeuge werden stark beschädigt. Nach ihrer Reparatur kann der Flugbetrieb 1966 wieder aufgenommen werden.


Erinnerungen · Die Heinrichsflut von 1965

Das Hochwasser überflutete die Warburger Altstadt bis zum Marktplatz und traf auch den Luftsportverein schwer. Es wurden nicht nur sämtliche Flugzeuge in der Halle beschädigt. Auch an der Halle selbst stürzten das Dach und eine Seitenwand ein. Für den Wiederaufbau erhielt der LSV Warburg 10.000 DM von der Bezirksregierung Münster als damaliger Landesluftfahrtbehörde für den zivilen Luftverkehr.


Werner Kaluza, Mitglied des LSV Warburg seit 1958


1967

Elmar Thom und Werner Kaluza werden neue Fluglehrer des Vereins und prägen Ausbildung und Vereinsarbeit über viele Jahre.

1970 – 1973

Das Fluggelände wird planiert und an gestiegene Sicherheitsanforderungen angepasst. 1973 entsteht an hochwassersicherer Stelle eine größere Flugzeughalle mit angrenzender Fliegerklause.

1973 – 1979

Segelfluglehrgänge und Fliegerfreizeiten führen die Warburger Piloten nach Romans und Vinon in Frankreich sowie nach Mauterndorf in Österreich. Gleichzeitig wird der Flugzeugpark unter anderem durch die Club Libelle und eine im Teileselbstbau entstandene ASK 13 modernisiert.

1979 – 1980

Ein neues Fliegerheim mit Werkstatt, Flugleitung und sanitären Anlagen wird gebaut und am 24. Mai 1980 bei einem Tag der offenen Tür feierlich eingeweiht.

1981 – 1982

Werner Kaluza und Werner Ewe fliegen mit der ASK 13 bis nach Verdun in Frankreich. Am 20. Juli 1982 wird auf dem Heinberg der 30.000. unfallfreie Start verzeichnet; wenig später beginnt die Sanierung und Erweiterung des Fluggeländes.

1983 – 1984

Die Sanierung des Flugplatzes wird abgeschlossen. Am 10. Juni 1984 feiert der Verein mit einem Festprogramm und Flugvorführungen sein 50-jähriges Bestehen.

1986

Im Frühjahr erhält das rund 1.100 Meter lange Segelfluggelände am Heinberg seine endgültige behördliche Zulassung für Windenstart, Flugzeugschlepp und den Selbststart von Motorseglern. Zu Pfingsten richtet der LSV Warburg außerdem das 7. Internationale Babytreffen aus.



Fortsetzung folgt ...



  • 1951 1. Flugmodellwettbewerb am Desenberg
  • 1952 Unkrauts Boden Bahnhofstraße Gövier
  • 1956 Pfingsten Räuschenberg
  • 1956 Pfingsten Räuschenberg
  • 1957 Räuschenberg
  • 27.07.1957 Am Heinberg Bulldozer
  • 27.07.1957 Am Heinberg Bulldozer
  • 01.05.1958 Am Heinberg Hallenbau
  • 01.06.1958 H17b Taufe
  • Juni 1958 Am Heinberg H17b mit Winde
  • 24.05.1958 Am Heinberg erster Start H17b
  • 1958 Auf Wagen am Heinberg
  • 20.01.1962 Piepers Hof K8b Erstmontage
  • 20.01.1962 Piepers Hof K8b Erstmontage
  • 196x Hainberg H17b vor Quast



 
 
 
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